Ich denke, es wird mal wieder Zeit etwas Dampf abzulassen… obwohl das wohl eher der falsche Begriff ist – vielmehr mir selbst zu helfen, indem ich schreibe und zwar hierein.
Ursprünglich hatte ich mal vor hier mehr Zeichnungen und Skizzen zu posten als alles andere, nur scheint das irgendwie immer unmöglicher, meine Zeichnungen sind eh weit verbreitet im WorldWideWeb, da scheint es mir weniger wichtig, viel wichtiger dagegen Gedanken und Probleme irgendwo niederzuschreiben, nicht in handschriftlicher Form, da ich ohnehin zu faul dafür wäre, damit ich es immer wieder lesen kann, wenn mir der Sinn danach steht…
Seit dem letzten Eintrag ist unwahrscheinlich viel passiert…
Einige Freundschaften scheinen nun fast ganz auseinandergebrochen zu sein, warum auch immer. So gut ich konnte, hab ich versucht den Wünschen, also Klärung der Situation in eigenen Worten, nach denen erstmal alles besser schien, nicht mehr so verfahren, aber auch letztendlich der Bitte um ein gemeinsames Treffen, wo ich wirklich versucht hab, ständig Termine anzubieten, obwohl ich die jenige bin, die unter etwas Garantie mehr Zeit hat, wie ja immer wieder so schön betont wird. Jedoch kam daraufhin nichts mehr zurück, gar nichts. Man hörte nur hintenrum ein lautes Grummeln, warum man nicht mehr zum Geburtstag geschrieben oder getan hat… Was soll man da noch machen? Ich weiß es jedenfalls nicht. Hier hilft kein zukommen einer Seite mehr, da müssen beide Seiten mitmachen, das sollten auch die Betroffenen so sehen… Eine weitere Freundschaft musste ich kündigen, es ging nicht anders, das hat mich die letzten Monate sehr zerfressen, seitdem fühl ich mich wirklich besser. Ich kann mit keinem Menschen agieren, der das Wort Loyalität nicht kennt, bei dem man nie weiß, wann es wieder so weit sein wird, dass alles, was man ihm anvertraut hat, bei irgendwem anders hinter meinem Rücken zerfetzt wird und man weiß, dass so gut wie jeder Mensch an dieser Stelle stehen kann und dann wieder aktuell ist, wenn er grad gebraucht wird. Wo ist da die Charakterstärke? Vertrauen auf dieser Basis ist jedenfalls nicht möglich, mir nicht.
Aber es gibt auch gute Seiten. Einige Freundschaften leben unter diesem Tief unwahrscheinlich auf und ich bin wirklich bemüht, das weiter fortzusetzen.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich es nicht für nötig gehalten habe etwas zu schreiben in der Zwischenzeit, es lief und das ganz gut.
Mittlerweile bin ich allerdings wieder an einem persönlichen Tief angelangt, aus dem ich aber ein großes Vorankommen im Leben erwarte. Es ergeben sich viele Möglichkeiten, auch wenn sich ebenso viele Steine in den Weg legen, nein besser gesagt: gelegt werden.
Seit dem 1.7. ist mein Freund nun beim Bund, es sind fast schon 4 Wochen vergangen.
Eine scheinbar nicht enden wollende Zeit, die ersten 1 ½ Wochen waren die schlimmsten, da er am Wochenende nicht nach Hause durfte – grad an diesem Wochenende war das Burgfest in meiner Heimatstadt, natürlich wäre es mir grad da sehr wichtig gewesen…
Uns trennen nun ständig 600km, was auch bedeutet, dass wir uns den besonderen Tagen der Woche auch kaum sehen können, zumindest nicht viel – Freitags kommt er sehr spät nach Hause, da Stau schon vorprogrammiert ist und sonntags fährt er bei Zeiten los um nicht zu spät zu kommen. Immer steht irgendetwas an, sei’s nun die Hochzeitsfeier eines guten Freundes oder der Umzug meiner Mutter und was am schlimmsten ist: das wöchentliche Wäsche waschen, was extra noch bedeutet mindestens 2 Mal am Wochenende zu ihm zu fahren, was von Leipzig auch noch einmal eine halbe Stunde entfernt ist.
Da steht der Wunsch nach einer eigenen gemeinsamen Wohnung sehr nahe, aber mit dem Vorwissen, dass es schwer wird auch schon sehr lange. Nur wussten seine Eltern von diesen Plänen erst seit kurzem etwas, wovon sie nicht allzu begeistert scheinen. Erst einmal haben sie es hingenommen, wahrscheinlich als Hirngespinst, nun da der erste Besichtigungstermin anstand aber, scheinen sie mit aller Macht dagegen zu steuern. Natürlich ist es auch die Sorge, grade was ihren Sohn betrifft. Aber mal ehrlich, die Argumente sind teilweise etwas dürftig…
„Was ist, wenn er die Probezeit beim Bund nicht besteht? Dann habt ihr nichts mehr und er muss wieder zurück nach Hause!“
Niemand, dem nicht plötzlich mal einfällt Herrn H. zu grüßen oder den Vorgesetzten schlecht behandelt, wird nachdem er sich für 8 Jahre verpflichten lässt einfach gekickt, das ist Schwachsinn und wenn dann stehen staatliche Mittel an, auch wenn er noch nicht 25 ist. Punkt.
„Habt ihr an die ganzen Kosten gedacht, die extra noch entstehen? Hausratsversicherung, Haftpflichtversicherung…??“
Nein, wir sind erst 10 und haben keine Ahnung vom Leben… und ja, dass Geld würde reichen, auch dafür. Natürlich kann man sich dann keine großen Sprünge erlauben, aber wer sagt schon, dass das Leben für jeden einfach sein muss?
„Habt ihr überhaupt schon was angespart?“
Nein, wie gesagt, wie sind erst 10… Gnahh, natürlich, ich leg seit langem jeden Monat mindestens 150€ weg…
„Dann kommt ihr uns ja gar nicht mehr besuchen…“
Aber nur zum Wäsche waschen ist toll, oder was? Wäre es nicht besser abseits davon mal was zu machen?
Das war aber das geringste Problem, damit kommt man klar, ändern können sie sowieso nichts daran, es ist so, wie es ist. Früher oder später wird ihr Sohn, auch wenn es der jüngste ist, sowieso ausziehen…
Trotz der Vorreden und meiner daraufhin folgenden Befürchtung, dass die geplante Besichtigung davon in Mitleidenschaft gezogen wird, denn wie es schien haben wir sie ungünstigerweise gefragt, ob sie denn mitkommen wollen, damit sie sich nicht so ausgeschlossen fühlen – meine Idee…- ja, trotz dessen verlief sie gut. Sie haben sachlich argumentiert und waren wahrscheinlich auch dann beruhigter, als sie merkten, dass wir nicht jede Wohnung, die uns anspringt gleich auf Anhieb nehmen, sondern wirklich bedacht handeln. Aber die Wohnung war wirklich ‚ne Bruchbude, die nur oberflächlich schön aussah. Wie gut, dass sein Bruder mit seinem unvergleichlichem Fachwissen mit war, da kann man echt nur dankbar sein.
Es gibt da aber eine Sache, die mir viel mehr zu schaffen gemacht hat…
Der Punkt an dem seine Mutter nach all den Diskussionen über die Wohnungssache mich am Frühstücktisch plötzlich fragte, ob ich denn bereit sei da hoch, zumindest in die Nähe zu ziehen. Mit dieser Frage hab ich mich sofort meinen Ängsten gegenübergestellt gefühlt und unweigerlich traten mir die Tränen in die Augen. Das kam wirklich mit so einer Härte, dass ich völlig überwältigt gefühlt habe. In meinen Ohren kam das mit so einem enormen Druck an. Es ist nicht so, dass ich nie darüber nachgedacht hätte, nein sogar gesprochen haben wir darüber sehr oft. Allerdings kam das so an, als wäre sie der festen Überzeugung, dass ich nie einen Gedanken daran verschwendet hätte und nur meine eigenen egoistischen Ziele verfolgen würde. Vielleicht hat sie es nicht so gemeint, das kann ich nicht sagen, aber die nachfolgenden Fragen lassen mich nicht vom Gegenteil denken. Natürlich macht sie sich nur Sorgen um ihren Sohn, aufgrund der langen Fahrt und den Gefahren, die dort lauern.
Nur sieht sie nicht, dass wirklich so viel daran hängt, nicht nur bei mir. Was ist, wenn ich dort oben keine Arbeit finde? Dann ist niemandem geholfen! Was ist mit Familie, mit Freunden?
War es nicht gerade sie, die ständig danach verlangt besucht zu werden? Falls ich wirklich übernommen werden sollte, das einfach aufgeben, damit ich gammeln kann irgendwo?
Dummerweise habe ich in diesem Moment, wahrscheinlich aufgrund der wahnsinnigen Gefühlsregungen, die völlig falschen Argumente gewählt. Zu allem Unheil aber noch, hat mein Freund den Ausbruch versucht mit unsinnigen Begründungen zu belegen (obig genannte Freundschaft), was mich zusätzlich in den Tiefgang getrieben hat und ich immer mehr anfing zu heulen und nebenbei noch versucht hab, die Begründung abzutun, meine eigenen Familienverhältnisse einzubringen, die eigentlich auch grad recht wenig damit zu tun hatten und es so noch schlimmer werden zu lassen. Im Endeffekt, da bin ich mir sicher, hat es so gewirkt, als versinke ich im Selbstmitleid und will somit Recht gewinnen, woraufhin seine Mutter natürlich ihren Leidensweg schildern musste um mir zu zeigen, dass es andere genauso schlimm haben. Leider hab ich erst in diesem Moment gemerkt, wie das Erzählen ankam, was mir aber dennoch sehr wichtig war, einfach, dass sie die Rahmenbedingungen erfahren und mehr über mich wissen, da sie mich doch allzu oft falsch einzuschätzen scheinen, und hab nur noch raus gebracht, dass das absolut kein Selbstmitleid sein sollte, sondern lediglich ein unkontrollierter Gefühlsausbruch, was in den letzten Monaten ständig passiert, seitdem ich die Pille nehme, was sie natürlich nicht glauben konnten, dass es dafür wirklich eine so stupide Erklärung gebe. Und ja, ich habe mir schon eine neue Art verschreiben lassen… Ach, am liebsten wäre ich weggelaufen in dem Moment als die Tränen kamen, nur hatte ich befürchtet, dass ich dabei alles umwerfe, da wir alle sehr nah beieinander saßen und alles noch schlimmer mache, aber da meine Beruhigungsversuche nichts gebracht haben, wäre beides wohl gleich schlimm gewesen…Wären doch wenigstens sein Vater und sein Bruder nicht dabei gewesen… Es hat wirklich eine ganze Weile gedauert bis ich mich beruhigen konnte, sogar beim Wäsche aufhängen noch, konnte ich nicht aufhören. Das Schlimmste allerdings war, dass ich in dem Moment absolut keine Ahnung hatte, warum ich eigentlich heule. Ich wusste es nicht und war ganz hilflos in dem Unwissen.
Aber ganz ehrlich, ist es angebracht, jetzt einen so intensiv zu fragen, ob man bereit sei sein Leben aufzugeben, obwohl die Ausbildung ohnehin noch fast 3 Jahre dauert?
Nebenbei ist es doch schon so, dass mir viel abverlangt wird. Immerhin war es seine Entscheidung dahin zu gehen und diesen Weg einzuschlagen. Soll mir denn noch alles genommen werden? Es ist so und so schon nicht leicht… und das nur aufgrund dieser einen Entscheidung. Nein, er tat es nicht für uns, sondern für sich… und ich hab ihm das gelassen, warum soll mir nichts gelassen werden??
Wie auch immer, ich finde, das Thema sollte ich unbedingt noch einmal ansprechen, am besten mit ihr allein und am besten gleich nächstes Wochenende. Die Fronten sollten geklärt werden… sonst werde ich die Gedanken daran nie los, zumindest lassen sie mich sonst nie ruhig schlafen…
Eine wichtige Wendung in meinem Leben noch zum Schluss.
Meine Mutter war vor kurzem, nachdem mein Freund unentweglich gedrängelt hat, ganz spontan meinen Vater besuchen, na ja er war erst nicht da, nur seine Lebensgefährtin, mit der sie sich dann ganze 3 Stunden lang unterhalten hat und sich einige Missverständnisse der letzten Jahre aufgedeckt hatten… nun ist es an mir, ob ich mich bei ihm melde…
Ich bin kurz davor, nur hatte ich bisher noch nicht die Kraft dazu, da ich auch nicht weiß wie, wie ich anfangen soll und überhaupt…
Mal sehen, was die Zukunft bringt…
Aber hey, die Ereignisse lassen mich immerhin wieder viel zeichnen! Etwas positives an der ganzen Sache…